Netzwerk "Runder Tisch Häusliche Gewalt"

Ergebnisse und Projekte seit 2002

2002

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Essen hat erstmalig zum 15.03.02 zu einer konstituierenden Sitzung eines Runden Tisches "häusliche Gewalt" auf kommunaler Ebene eingeladen. Alle Institutionen sind der Einladung gefolgt. Dies sind u.a. Vertreterinnen und Vertreter von Polizei, Staatsanwaltschaft, Land- und Amtsgericht, des Sozial- und Jugendamtes, vom Frauenhaus und den Frauenberatungsstellen. Auch die Landtagsabgeordnete Britta Altenkamp beteiligt sich.

Broschüre Schutz und Recht

Der Runde Tisch bietet die Gelegenheit, vorhandene Möglichkeiten in der Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes zu nutzen, Erfahrungen auszutauschen, Probleme zu erkennen und Handlungsstrategien zu erarbeiten. Der erste Arbeitsschritt ist die Entwicklung eines Faltblattes, das von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen direkt bei einem Polizeieinsatz an die Hand gegeben werden kann und weiterführende Hilfen beinhaltet.

Gesetz zum Schutz vor Gewalttaten

2003

Die Bilanz nach einem Jahr Gewaltschutzgesetz fiel in Essen positiv aus.
Netzwerke wurden aufgebaut oder gefestigt. Doch auch weiterer Handlungsbedarf wurde festgestellt.
Der bereits vorhanden Flyer, der regelmäßig durch die Polizei bei Einsätzen ausgehändigt wurde, konnte mit Mitteln des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW überarbeitet werden.

Flyer Schutz und Recht nach Häuslicher Gewalt

Ebenfalls mit Mittel des Ministeriums war es möglich eine Straßenbahn mit dem Slogan "Wer zu Hause Gewalt ausübt, geht" zwei Monate durch den Essener Stadtverkehr fahren zu lassen.
Die große Verbreitung dieses Themas sollte z.B. Opfer von häuslicher Gewalt motivieren, sich Hilfe zu suchen und die oft unerträgliche Situation nicht mehr länger hinzunehmen.

Fotos Straßenbahnen-Aktion

2004

Arztpraxen sind oft die erste - und manchmal auch die einzige - Stelle, an die sich Frauen wenden, wenn sie Gewalt erlebt haben. Damit kommt den Hausärztinnen und -ärzten eine zentrale und verantwortungsvolle Rolle zu.

Deshalb haben die Mitglieder des Runden Tisches Häusliche Gewalt Essen eine Mappe für Ärztinnen und Ärzte erarbeitet, die über den Umgang mit von Gewalt betroffenen Patientinnen informiert. Darin befindet sich viel Wissenswertes rund um das Thema Gewalt in Beziehungen, Erläuterndes zum richtigen Umgang mit den Opfern und ein Diagnosebogen als Kopiervorlage zur rechtsicheren Dokumentation ärztlicher Befunde. Diese Aktion wird vom Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW gefördert.
Stand12/2000

Ebenfalls in die Info-Mappe für Ärztinnen und Ärzte eingelegt wurde der Flyer "Schutz und Recht nach häuslicher Gewalt", der in diesem Jahr in 14 Sprachen übersetzt wurde.

Broschüren zum Download:

Info-Mappe für Ärztinnen und Ärzte: Info-Mappe
Dokumentationsbogen nach häuslicher Gewalt: Bogen
Anlaufstellen in Essen nach häuslicher Gewalt: Anlaufstellen

Mit der Auslage des Informationsmaterials im Wartezimmer signalisieren Ärztinnen und Ärzte Kenntnis über häusliche Gewalt. Sie können betroffene Patientinnen so ermutigen, von sich aus offen über ihre Situation zu sprechen, um Auswege aus der Gewalt zu finden.

Arzt-Broschüre Flyer Schutz und Gewalt 2004

2005

Ende 2004 wurden die Ergebnisse einer bedeutenden Studien im Themenbereich "Gewalt gegen Frauen" im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Senioren und Jugend veröffentlicht.
Anhand der neuen verifizierten Zahlen und Ergebnisse kann jetzt die bisherige Praxis im Umgang mit häuslicher Gewalt überprüft und modifiziert werden.
Die Wissenschaftlerin Sandra Glammeier hat sich im Rahmen der Studien hauptsächlich mit dem Thema Gewaltprävalenz (Ausmaße der Täter-Opfer-Kontexte) befasst und eine Befragung von Frauen, die von Gewalt betroffen waren, durchgeführt.
Sandra Glemmeier stellte in Essen die Ergebnisse der Studie vor.

Download: Lebenssituation

Studie zur Gewalt

2006

Prof. Dr. Barbara Kavemann, Jahrgang 1949, Dipl. Soziologin, Katholischen Hochschule für Sozialwesen, Berlin, arbeitet seit 1978 zu Fragen der Gewalt im Geschlechterverhältnis und der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, vorwiegend in der Praxisevaluation und der Fortbildung. U.a. arbeitete sie in der wissenschaftlichen Begleitung des 1. Berliner Frauenhauses, der Beratungsstelle und Zufluchtswohnung für sexuell missbrauchte Mädchen "Wildwasser", Berlin, des Projekts "PETZE - schulische Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen", Kiel. Mehr Information

Broschüre Arbeitshilfen

2007

www.kidsinfo-gewalt.de
Unter dieser Adresse finden Kinder und Jugendliche Informationen unter den Überschriften: "Wo finde ich Hilfe?", "Wo findet meine Mutter Hilfe?", "Was ist Gewalt?", "Was macht die Polizei?", "Was steht im Gesetz?" und "Weiter Adressen".
2007 konnte mit der Finanzierung durch das Ministerium für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes NRW der Essener Beitrag zur Internetseite "Kidsinfo - Gewalt" frei geschaltet werden.
Auf der Internetseite kann unter dem Navigationspunkt "Wo finde ich Hilfe?" eine Übersicht der beteiligten Städte aufgerufen werden, in der lokale Angebote nach Stadtteilen aufgelistet sind, und dies nun auch für die Stadt Essen.

Logo Kidsinfo Gewalt

Stalking und häusliche Gewalt

Der Workshop "Stalking und häusliche Gewalt" wurde am 24. und 25.10. 2007 mit großer Resonanz durchgeführt.
Das Projekt war eine effektive Unterstützung für die weitere gemeinsame Arbeit an der Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes und zur Intensivierung der Vernetzung. Sowohl die ständigen Mitglieder des Runden Tisches als auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der beteiligten Institutionen haben teilgenommen. Es fand ein Austausch auf der eher planerischen und auf der Ebene der praktischen Umsetzung statt. Die Durchführung wurde durch eine Finanzierung des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW möglich.

Broschüre Stalking und Häusliche Gewalt

2008

Die Veranstaltung "Szenen häuslicher Gewalt - nicht betroffen, sondern aufmerksam sein" wurde am 28. Oktober 2008 in der Folkwang Musikschule in Essen durchgeführt. Ziel der Veranstaltung war es, ein gemeinsames Verständnis zur Definition von häuslicher Gewalt zu erreichen und individuelle und institutionelle Hilfsangebote vorzustellen. Verschiedenen kurze Spielszenen waren die Grundlage zu anschließenden Gesprächen und Diskussionen sowohl auf dem Podium als auch mit dem Publikum.
Vertreter und Vertreterinnen der Essener Vereine und Institutionen, die zu den Themen "Gewalt" bzw. "Migrantinnen" arbeiten, haben teilgenommen. Darüber hinaus konnten Frauen aus Selbsthilfegruppen, aus Stadtteiltreffs, Migrantenselbstorganisationen und informellen Zusammenhängen gewonnen werden. Dazu kamen VertreterInnen aus den Institutionen, die am Runden Tisch beteiligt sind, die Beratungsstellen waren mit Info-Ständen und entsprechendem Material vertreten. Der Essener Norden mit einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund war über die Moscheen, islamischen Gemeinden und die RAA ebenfalls dabei.
An den Podiumsgesprächen waren beteiligt:
Staatsanwaltschaft Essen, Schülerinnen des Leibniz-Gymnasiums, Essen- Altenessen,
Deutsch-Tunesischer Verein für Kultur und Familie e.V., Ana-Tolia e.V., Frauenberatung Essen, Frauen helfen Frauen, Frauenhaus Essen

Flyer Info-Veranstaltung Gewalt

2009

"Zwischen Traum und Wirklichkeit" - Kommunikation, Konflikte und Gewalt in Paarbeziehungen - ein Projekt von Gleichstellungsstelle, AWO Beratungszentrum für Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität, Lore-Agnes-Haus und Schülerinnen des Leibniz-Gymnasiums Essen-Altenessen.

Barbara Flotho, Dipl. Psychologin im AWO Beratungszentrum, Lore-Agnes-Haus hat das Projekt konzipiert und begleitet.
6 Schülerinnen waren intensiv und engagiert beteiligt. Eine wichtige Erkenntnis war, dass "Gewalt" nicht erst bei physischen Übergriffen beginnt, sondern sich schon weit vorher, auch in verbaler Form äußern kann. Die jungen Frauen haben "Warnsignale" aus: Rosalind B. Penfold, Und das soll Liebe sein? Geschichte einer bedrohlichen Beziehung, übersetzt von Edith Beleites, © Eichborn AG, Frankfurt am Main, August 2006 dazu genutzt eigene kleine Videoclips zu produzieren, die sie dann in einer Schulveranstaltung vorgeführt und als Diskussionsgrundlage genutzt haben. Die Resonanz auf ihre Darstellung in einer 8. Klasse des Leibniz-Gymnasiums war sehr positiv. Sie zeigten sich besonders überrascht davon, dass gerade auch die Jungen sich lebhaft an dem Gespräch beteiligt haben. Die jungen Frauen werden noch weitere Veranstaltungen im Leibniz-Gymnasium in den 8.und 9. Klassen durchführen und könnten sich auch eine Veranstaltung in einer anderen Schule oder Institution vorstellen.

Am 10.6.2010 haben Barbara Flotho und zwei Schülerinnen die Ergebnisse dem Runden Tisch vorgestellt. Eine Dokumentation, die den Ablauf, die Durchführung und die Ergebnisse dieses sehr erfolgreichen Projektes festhalten wird, um so auch als Vorlage für ähnliche Vorhaben zu dienen, wird gerade erarbeitet.

2010

Kinder im Umfeld häuslicher Gewalt
Der "Runde Tisch Häusliche Gewalt Essen" hat Vertreter und Vertreterinnen aller am Runden Tisch beteiligten Institutionen zu einem Intensiv-Workshop "Kinder im Umfeld häuslicher Gewalt" am 3. November 2010 eingeladen. Dabei wurden folgende Inhalte bearbeitet:

  • Vorstellungen der Aufgaben der Institutionen aus dem Blickwinkel "Erwartungen an das Kind, die Frau und den Mann"
  • Kindeswohlgefährdung und häusliche Gewalt - Definitionen
  • "Haltung und Einstellung" - "Wann beginnt für Sie eine Kindeswohlgefährdung?"
  • Frau und Herr Meier, Sabine und Thomas - ein Fallbeispiel
    Häusliche Gewalt, 2 minderjährige Kinder in der Wohnung
  • Ablauf bei häuslicher Gewalt

Die Dokumentation des Intensiv-Workshops schließt mit der Darstellung
"Wer macht was mit wem und wer wird darüber informiert"

Download: Dokumentation

2011

Täterarbeit und Kindeswohl
Im November 2011 referierten Prof. Dr. Ludwig Salgo über "Möglichkeiten und Grenzen familiengerichtlicher und jugendrechtlicher Interventionen vor dem Hintergrund Häuslicher Gewalt und Kindeswohl" und Dipl. Psychologin Anja Steingen zum Thema "Strategien von Tätern bei Häuslicher Gewalt erkennen und angemessen intervenieren - eine Hilfestellung zur Beratungsarbeit mit Vätern".
Wichtiges Ergebnis beider Veranstaltungen war u.a., welcher erhebliche Stellenwert der Vernetzung der beratenden Einrichtungen zukommt, die eine fallbezogene Analyse der Situation und das Case-Management im interdisziplinären Team erst möglich macht.
Bei beiden Veranstaltungen stand der Fokus des Fachpublikums immer auch der Vermeidung weiterer Gefährdungslagen für Frau und Kind.

Zum Herunterladen:
Einladung zur Veranstaltung
Zum Herunterladen:
Dokumentation

2012

Medizinische Intervention - Einführung von Standards in die medizinische Versorgung von Frauen
Der Runde Tisch „Häusliche Gewalt Essen“ hatte am 28. November 2012 eingeladen zu der vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Veranstaltung: Medizinische Intervention – Einführung von Standards in die medizinische Versorgung von Frauen.
Grundlage war der Implementierungsleitfaden zur Einführung der Interventionsstandards in der medizinischen Versorgung von Frauen herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Dezember 2011.
Hauptzielgruppe waren niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Sie wurden unterstützt beim Erkennen und Ansprechen der Folgen von Gewalt, der gerichtssicheren Dokumentation und dem fachgerechten Umgang mit gewaltbelasteten Patientinnen in ihrer Praxis.
In Essen wurde versucht die Ist-Situation zu erfassen und notwendige Schritte zur Verbesserung der Situation zu bestimmen und in die Wege zu leiten. Die Erfahrungen und Ergebnisse dieser Veranstaltung sind in eine Dokumentation eingeflossen.

Zur Dokumentation:
Medizinische Intervention
Informationskarte zur Auslage in Arztpraxen:
Intervention

Informationskarte Medizinische Standards

Essener Standard„Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt“ in Klinischen Notfallambulanzen, Notdiensten, Notfallpraxen

Unser Ziel ist es einen Essener Standard für die Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Klinischen Notfallambulanzen und die Notdienst-/Notfallpraxen zu entwickeln.

Eine angemessene Unterstützung im Interesse von Betroffenen bedarf der Kooperation und Vernetzung zwischen Einrichtungen der medizinischen Versorgung und der sozialen Unterstützung.

Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte in der Notfallversorgung sollen für das Thema „Häusliche Gewalt“ sensibilisiert werden und praktische Hilfen für den Umgang von Patientinnen mit Gewalterfahrungen erhalten und die Institutionen, die im Runden Tisch Häusliche Gewalt aktiv sind kennenlernen.

Mehr zum Projekt:
Essener Standard
Poster Notfallkarte
Neue Notfallkarte

Neue Notfallkarte Häusliche Gewalt

2014

Informationsveranstaltungen in den Essener Kliniken:
Zum Projekt „Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Essener Notfallambulanzen“

In 2014 haben in den Essener Krankenhäusern die vereinbarten Informationsveranstaltungen mit folgenden Inhalten stattgefunden:

  • Wer wird aktiv bei häuslicher Gewalt?
    Die Institutionen aus dem Runden Tisch Häusliche Gewalt Essen stellen sich vor Vertreten sind: Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt, Traumaambulanz, Frauenberatung Essen, Distel e.V., Frauenhaus, Ärztekammer Nordrhein
  • Gesprächsführung (Erkennen und Ansprechen)
    Ulrike Schultheis, Leitende Oberärztin der Traumaambulanz LVR Klinikum Essen
  • Gerichtsfeste Dokumentation
    Prof. Dr. Thomas Bajanowski, Leiter Rechtmedizinisches Institut Universitätsklinikum Essen

Infomaterialien zur Auslage/Aushang in den Notfallambulanzen und zur Weitergabe an die Patientinnen, als Postkarte GEWALT GEGEN FRAUEN-HILFE UND UNTERSTÜTZUNG mit der Angabe von Essener Institutionen und Beratungsstellen, das Poster GEWALT GEGEN FRAUEN-HILFE UND UNTERSTÜTZUNG mit Telefonnummern zur Beratung und Infos für Frauen nach Gewalterfahrung in 10 Sprachen, im Scheckkartenformat – Frauenberatung Essen wurde den Krankenhäusern zur Verfügung gestellt.
Für die Ärztinnen und Ärzte wurde die MED-DOC-CARD© – Medizinische Befunddokumentation effektiv • informativ • kompakt – speziell bei Gewalteinwirkung der Rechtsmedizin Düsseldorf, die praktischerweise in der Kitteltasche Platz findet, zur Verfügung gestellt.

Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte wurden durch die Informationsveranstaltung für das Thema Häusliche Gewalt sensibilisiert und erhielten für den Umgang mit den von Gewalt betroffenen PatientInnen Interventionshilfen.

Mehr zum Projekt:
Dokumentation

2015

Essener Standard zur Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt unterzeichnet

Im Rathaus der Stadt Essen unterzeichneten Peter Renzel, Sozialdezernent der Stadt Essen, Dr. Kundt, Leiter des Gesundheitsamtes Essen, Gerda Kaßner, Gleichstellungsbeauftragte, Geschäftsführung Runder Tisch Häusliche Gewalt Essen, die Geschäftsführer und Ärztinnen und Ärzte der Essener Krankenhäuser den gemeinsam entwickelten Essener Standard zur Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Essener Notfallambulanzen.

Der Essener Standard unterstützt eine Versorgung, die medizinische, rechtsverwertbare und soziale Behandlung einbezieht und führt somit zu einer umfassenden, optimierten Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Essener Notfallambulanzen.

Häusliche Gewalt stellt noch immer eins der größten Gesundheitsrisiken für Frauen dar. Ärztinnen und Ärzte sind oftmals die ersten und einzigen Ansprechpersonen von Opfern häuslicher Gewalt und sind somit Schlüsselpersonen, die die Gewaltspirale unterbrechen und Prävention leisten können.

Der Work Flow plus Anlagen, des Essener Standards, bietet Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal abrufbare Informationen zur umfassenden Versorgung der Opfer, darin enthalten auch Hinweise zu den psychosozialen Hilfsangeboten und lokalen Netzwerken. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist erforderlich um den Opfern von häuslicher Gewalt effektiv helfen zu können.

Essen, 12.5.2015

„Häusliche Gewalt gegen Frauen mit Behinderung“

Der Runde Tisch Häusliche Gewalt Essen führte am 28.10.2015 eine vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW geförderte Informations- und Weiterbildungsveranstaltung zum Thema „Häusliche Gewalt gegen Frauen mit Behinderung“ in der VHS durch. Frauen mit Behinderung sind besonders häufig von Gewalt betroffen. Die Referentin, Frau Vogt (Institut für empirische Soziologie der Universität Erlangen-Nürnberg und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund, Fakultät für Rehabilitationswissenschaften) informierte über Ausmaß, Lücken und Probleme bei der Inanspruchnahme institutioneller Hilfen und Interventionen. Handlungsmöglichkeiten und erste, konkrete Schritte zur Verbesserung der Versorgung und zum Abbau von Zugangsbarrieren wurden aufgezeigt.
Ziel des Runden Tisches Essen ist es von Gewalt betroffenen Frauen mit Behinderung einen besseren Zugang zu den Unterstützungs-, Zuflucht- und Schutzmöglichkeiten zu ermöglichen.

Plakat Einladung mit Bild und Text