Häusliche Gewalt in Essen

Loverboys

Loverboys – ein Phänomen, das in die Kategorien „Menschenhandel“ und „sexuelle Ausbeutung“ gehört. Es handelt sich um meist junge Männer, zum Teil selbst noch Teenager, die minderjährige Mädchen, die zum Teil gerade erst in der Pubertät sind, umwerben und nach und nach von sich abhängig machen und in die Prostitution zwingen.

Die Mädchen werden gezielt in der Schule, in Jugendtreffs oder dem Internet angesprochen und von dem Loverboy eingeladen, beschenkt, ausgeführt. Das perfide dabei ist die vermeintliche gute Absicht. Er spricht von der großen Liebe und dass er nur das Beste für sie will. Zu Beginn achtet er auch noch sehr darauf nicht zu sehr aufzufallen und die Eltern nicht misstrauisch zu machen, nach und nach wird aus dem „auf den Händen tragen“ aber zunehmend Zwang und Manipulation.

Die Mädchen werden zum Sex gedrängt, zu dem bald auch Freunde von ihm gehören. Oft folgt daraufhin die Geschichte der großen Verschuldung, die nur abzubezahlen sei, wenn sie ein paar Mal mit Männern ins Bett gehe. In anderen Fällen geht es um die Finanzierung der gemeinsamen Zukunft oder um den großen Liebesbeweis. Oft sind die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt schon von ihrem ehemaligen sozialen Umfeld isoliert, nicht selten sind auch Drogen mit im Spiel. Als Druckmittel werden oft selbstgemachte Fotos oder Videos benutzt oder es wird gedroht, der Familie des Mädchens etwas anzutun.

Frauen und Männer mit orangenen Schirmen und Schuhen bei der Aktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen in EssenAusstellung von symbolsch markierten Damenschuhen bei der Aktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen in EssenFrauen und Männer mit orangenen Schirmen bei der Aktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen in Essen

Aktion "Nein zu Gewalt an Frauen" am 24.11.2018 anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen

Das Essener Frauenbündnis und die Gleichstellungsstelle der Stadt Essen hatten eingeladen, an der Aktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 24.November 2018 in der Zeit von 12.00 bis 15.00 Uhr auf der Kettwiger Straße, Höhe Dom, Kreuzigungsgruppe teilzunehmen.

Für die Aktion wurden 152 Damenschuhe, die mit roter Farbe als Blutflecken versehen waren, auf einer Ausstellungsfläche aufgestellt.
Sie stehen für die in 2017 in Deutschland durch Partnerschaftsgewalt getöteten Frauen.

Mit der Aktion wollten das Essener Frauenbündnis und die Gleichstellungsstelle auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen und suchte das Gespräch mit Passantinnen und Passanten. Postkarten und Flyer, die über die lokalen Hilfe- und Unterstützungsangebote in Essen und das bundesweite Hilfetelefon gegen Gewalt gegen Frauen informieren, wurden verteilt.

Die Frauen des Essener Frauenbündnisses und der Gleichstellungsstelle trugen orange Schärpen, um so leichter als Ansprechperson wahrgenommen zu werden.
Die Farbe Orange ist die Aktionsfarbe der UN Women zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen.
Das Lichtrad auf dem Burgplatz leuchtete in dieser Zeit in rot und gelb.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist einer der zentralen Risikofaktoren für die Gesundheit von Frauen. Jede vierte Frau erleidet mindestens einmal in ihrem Leben Verletzungen physischer oder psychischer Art.
Gewalt gegen Frauen kennt keine Grenzen, weder kulturell, noch im Hinblick auf materiellen Wohlstand.

Hintergrundinformation zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Der Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25. November begangen wird, erinnert an die drei mutigen Schwestern Mirabal, die an diesem Tag im Jahr 1960 vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag als offiziellen internationalen Gedenktag seit 1999 anerkannt.

Ansprechperson:
Gleichstellungsstelle der Stadt Essen
Christiane Volkmer
Tel. (0201) 88 - 88952

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

Am 25.11.2015 dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen machten die Gleichstellungsstelle und engagierte Frauen des Essener Frauenbündnisses mit der Straßenaktion "Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter" in der Essener Innenstadt auf das Thema aufmerksam. Die weiße Theatermasken tragenden Frauen lösten ebenso wie die Statements, die sie vor sich hielten sofort große Aufmerksamkeit bei Passantinnen und Passanten aus. Trotz des nasskalten Wetters waren viele Menschen zu Gesprächen bereit und zeigten sich sehr interessiert. Auch die Informationsmaterialien zu den lokalen Unterstützungsangeboten und dem bundesweiten Hilfetelefon wurden gerne entgegen genommen.
Insgesamt war es eine gelungene Aktion das Thema "Gewalt gegen Frauen" in die öffentliche Aufmerksamkeit zu rücken und zum Hin- statt Wegsehen zu ermutigen.

Frauen mit Statements bei der Aktion 'Gewalt-gegen-Frauen' in Essen

Daphne Projekt: "Zugang von Frauen mit Behinderungen zu Opferschutz- und Unterstützungseinrichtungen bei Gewalterfahrungen"

Ziel dieses Projektes war es, die Zugangsmöglichkeiten und die Qualität verschiedener Unterstützungsinstitutionen im Hinblick auf die Erreichbarkeit für Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, die verschiedenen Formen von Gewalt ausgesetzt sind oder waren, zu untersuchen.

Diakonie-Spot “Ivana” gewinnt “Intermedia Globe Silver”

Der Spot „Ivana - gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung “ hat im Rahmen des Worldmedia-Werbefilmfestival in Hamburg einen Intermedia Globe Silver in der Kategorie „Advertising: Campaigns“ gewonnen. Zum Ziel der Sensibilisierung und zum Anstoß einer gesellschaftlichen Diskussion behandelt der Spot das Schicksal einer jungen Frau, die in Deutschland zwangsprostituiert wurde.

Zwei Jahre bundesweites Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

„Jede Gewalt gegen Frauen ist ein Verbrechen“, erklärte Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig heute (Mittwoch) bei der Bilanz des Hilfetelefons. „Jeden Tag erleben Millionen Frauen Gewalt: Körperlich und psychisch. Häusliche Gewalt, Gewalt im „Namen der Ehre“ oder Gewalt auch außerhalb der Partnerschaft. Umso wichtiger sind Angebote wie das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“, so die Ministerin weiter. (Pressemitteilung des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 25.03.2015)
Immer mehr von Gewalt betroffene Frauen lassen sich bundesweit, anonym, kostenfrei und vertraulich durch das Hilfetelefon beraten. Das Telefon ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Betroffene können bei Bedarf an Unterstützungsangebote vor Ort vermittelt werden.
Das seit zwei Jahren bestehende Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen legt den zweiten Jahresbericht vor.

Stellungnahme

der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Baden-Württemberg (LAG) zur Neuregelung des Prostitutionsgesetzes in Deutschland

Ausgangspunkt für eine Neuregelung des Prostitutionsgesetzes ist die verschärfte Situation der Prostituierten seit der Gesetzesänderung, die drastische Zunahme der Prostitution auch in Baden-Württemberg und das Frauen durch die Gesetzesänderung in hohem Maße der Willkür von Bordellbetreibern und Zuhältern ausgeliefert sind. In ganz Deutschland wird eine Neuregelung des Prostitutionsgesetzes sehr kontrovers diskutiert.
Die Mehrheit der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Baden-Württemberg fordern das „nordische Modell“, das den Kauf von sexuellen Dienstleistungen unter Strafe stellt.

Eine Auflistung der Ziele und der geforderten Maßnahmen der LAG Baden-Württemberg findet sich in der PDF Datei (siehe rechts)

Essener Standard zur Versorgung von Opfern unterzeichnet

Im Rathaus der Stadt Essen unterzeichneten Peter Renzel, Sozialdezernent der Stadt Essen, Dr. Kundt, Leiter des Gesundheitsamtes Essen, Gerda Kaßner, Gleichstellungsbeauftragte, Geschäftsführung Runder Tisch Häusliche Gewalt Essen, die Geschäftsführer und Ärztinnen und Ärzte der Essener Krankenhäuser den gemeinsam entwickelten Essener Standard zur Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Essener Notfallambulanzen.

Der Essener Standard unterstützt eine Versorgung, die medizinische, rechtsverwertbare und soziale Behandlung einbezieht und führt somit zu einer umfassenden, optimierten Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Essener Notfallambulanzen.

Häusliche Gewalt stellt noch immer eins der größten Gesundheitsrisiken für Frauen dar. Ärztinnen und Ärzte sind oftmals die ersten und einzigen Ansprechpersonen von Opfern häuslicher Gewalt und sind somit Schlüsselpersonen, die die Gewaltspirale unterbrechen und Prävention leisten können.

Der Work Flow plus Anlagen, des Essener Standards, bietet Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal abrufbare Informationen zur umfassenden Versorgung der Opfer, darin enthalten auch Hinweise zu den psychosozialen Hilfsangeboten und lokalen Netzwerken. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist erforderlich um den Opfern von häuslicher Gewalt effektiv helfen zu können.

Essen, 12.5.2015

Jetzt den neuen Spot von UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. unterstützen!

Unter dem Motto „Schauen Sie hinter die Maske“ macht UN Women Nationales Komitee Deutschland auch in 2014 mit einzigartigen Aktionen auf das Thema häusliche Gewalt in Deutschland aufmerksam.

Hier zum Download:
Informationen zum Spot von UN Women Nationales Komitee Deutschland Neuer Spot

„Schwere Wege leicht machen“

So lautet das Motto der Kampagne, die die Frauenhäuser in Deutschland am 8. März 2013 begonnen haben und die bis zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2013 fortgesetzt wird.
Wir bitten Sie um Unterstützung im Interesse der von Gewalt betroffenen Frauen und ihrer Kinder! Unterstützen Sie die Kampagne „Schwere Wege leicht machen“ mit Ihrer Unterschrift.

Mehr Informationen zur Kampagne

Brief-Kampagne

Pressemitteilung Kampagne

„Zwischen Traum und Wirklichkeit“

so heißt ein Projekt, das eine interkulturelle Gruppe von Schülerinnen der 13. Jahrgangsstufe des Essener Leibniz-Gymnasiums, begleitet durch das AWO-Beratungszentrums „Lore-Agnes-Haus“, durchgeführt hat. Im Mittelpunkt standen die Themen Kommunikation, Konflikte und Gewalt in Paarbeziehungen.

Zur Dokumentation

Zum Presseartikel

1 Jahr Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Bundesministerin Schwesig stellt den ersten Jahresbericht zum Hilfetelefon vor. Die 08000 116 016 wird bei Fragen zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen und als 24-Stunden-Lotse zu den Beratungsstellen vor Ort genutzt.

Medizinische Intervention - Einführung von Standards in die medizinische Versorgung von Frauen

Der Runde Tisch „Häusliche Gewalt Essen“ hatte am 28. November 2012 eingeladen zu der vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Veranstaltung: Medizinische Intervention – Einführung von Standards in die medizinische Versorgung von Frauen.

Zur Dokumentation:

Medizinische Intervention

Informationskarte zur Auslage in Arztpraxen:

Intervention

Aktion „Herz-Schmerz“

Aktion „Herz-Schmerz“ zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2011
erregt Aufmerksamkeit in der Rathaus Galerie.

Aktion Herz-Schmerz Aktion Herz-Schmerz Aktion Herz-Schmerz

Zum Bericht

"Zwischen Traum und Wirklichkeit"

Kommunikation, Konflikte und Gewalt in Paarbeziehungen. Ein Projekt von Gleichstellungsstelle, AWO Beratungszentrum für Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität, Lore-Agnes-Haus und Schülerinnen des Leibniz-Gymnasiums Essen-Altenessen.

Mehr zum Projekt: Dokumentation

Presseartikel: AWO-Projekt

Häusliche Gewalt in Essen - ein Themenschwerpunkt der Gleichstellungsstelle

Nach dem Bericht der Gewaltkommission der Bundesregierung von 1990 ist Gewalt in der Familie die in unserer Gesellschaft am häufigsten ausgeübte Gewaltform. In 90% bis 95% der Fälle häuslicher Gewalt sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. Die Folgekosten von häuslicher Gewalt werden in der BRD auf etwa 14,8 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Darin enthalten sind u. a. Kosten für Justiz, ärztliche Behandlung.

„Herz – Schmerz“
Statuen-Aktion zum Thema Gewalt gegen Frauen in der Rathausgalerie

Alljährlich am 25. November findet der von den Vereinten Nationen deklarierte „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ statt.
Aus diesem Anlass lädt das Essener Frauenbündnis am 25.11.2011 in der Zeit von 17.00 bis ca. 18.00 Uhr in die Rathaus Galerie Essen ein.

Mehr Informationen:
Infokarte

Herz–Schmerz