Arbeitsschwerpunkte

Buntstifte in einem Glas

Förderung der Chancengleichheit im Konzern Stadt

Die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist ein Ziel der Stadt Essen. Dieses Ziel auch in den städtischen Gesellschaften umzusetzen war im Frauenförderplan 2000-2003 der Stadtverwaltung Essen festgeschrieben.

Die Stadt Essen und die städtischen Gesellschaften stimmen in dem Ziel überein, durch aktive betriebliche Fördermaßnahmen sowohl die Ausbildungsperspektiven und die beruflichen Chancen von Frauen als auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter nachhaltig zu verbessern.
Eine Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in den städtischen Gesellschaften konnte Anfang 2002 mit den Unterschriften des Oberbürgermeisters und der Geschäftsführer der Gesellschaften abgeschlossen werden.
Alle Gesellschaften haben Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner benannt, die sich für den Prozess der Umsetzung der Vereinbarung verantwortlich erklären. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Essen unterstützt und berät die Gesellschaften, organisiert einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch und zielorientierte Fortbildungen.
Die Gesellschaften berichten auf der Grundlage der entwickelten Datenbank einheitlich ein mal jährlich in ihren Aufsichtsräten und alle 3 Jahre gemeinsam mit der Stadtverwaltung im Rat der Stadt.

Frau und Beruf

Frauen verfügen heute über einen qualifizierten Schulabschluss, sind gut ausgebildet und planen ein Leben, in dem sie Beruf und Familie miteinander vereinbaren können. Sie wollen einer existenzsichernden Erwerbsarbeit nachgehen und streben eine zukunftsorientierte berufliche Entwicklung an. Dennoch sehen sich Frauen nach wie vor mit besonderen Problemlagen konfrontiert, wenn es sich um den Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung und um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht.

Die Gleichstellungsstelle greift diese Situation auf.

Wir informieren und beraten:
  • Mädchen und junge Frauen beim Übergang von der Schule in den Beruf
  • Frauen bei der beruflichen Wiedereingliederung nach einer Berufsunterbrechung
  • Unternehmen bei der betrieblichen Frauenförderung
  • Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei der Entwicklung von Maßnahmen zur beruflichen Förderung von Frauen

Frauen im öffentlichen Dienst

Zur Verwirklichung des Ziels der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Stadtverwaltung Essen hat der Rat der Stadt bereits im Jahr 1984 beschlossen eine Gleichstellungsstelle einzurichten, lange bevor die gesetzliche Verpflichtung dazu durch die Änderung der Gemeindeordnung NRW in Kraft trat.
Die Einrichtung der Gleichstellungsstelle und die Umsetzung der von ihr initiierten Maßnahmen zur Verwirklichung der Chancengleichheit waren wichtige Meilensteine für eine aktive Frauenförderung und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Das Landesgleichstellungsgesetz NRW vom November 1999 hat den Weg der Stadtverwaltung bestätigt. Viele der nunmehr gesetzlichen Regelungen waren in Essen bereits umgesetzt. So gibt es schon seit 1989 eine Anweisung zur geschlechtsneutralen Verwaltungssprache, 1992 wurde der erste Frauenförderplan mit einer geschlechtsspezifischen Darstellung der Beschäftigtenstruktur verabschiedet und im Mai 1999 wurde eine Dienstanweisung zum Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz veröffentlicht.
Ende 1997 haben die ersten Frauenbeauftragten in den einzelnen Fachbereichen auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses ihre Arbeit aufgenommen.
Mittlerweile gibt es 71 Frauenbeauftragte. Sie sind Ansprechpartnerinnen für die Kolleginnen, beraten die Führungskräfte bei der Umsetzung des Frauenförderplans und bilden ein Netzwerk engagierter Frauen quer durch die Stadtverwaltung.

Durch das Landesgleichstellungsgesetz sind auch in den in Essen ansässigen Landesbehörden Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte benannt worden. Hierzu gehört das Amtsgericht ebenso wie die Polizei, das Finanzamt, die Universität und viele andere mehr.
Die Gleichstellungsstelle lädt regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch ein.

Geschlechtsspezifische Gesundheitsprävention

Der Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland, im Jahr 2001 herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, hat bestätigt, dass sich Frauen und Männer hinsichtlich der Krankheiten und ihrem Gesundheitsverhalten unterscheiden.

Die Gleichstellungsstelle ist stimmberechtigtes Mitglied in der Kommunalen Gesundheitskonferenz. In dieser Konferenz sind alle wichtigen Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens eingebunden. Im Rahmen dieser Konferenz können geschlechtsspezifische Gesundheitsthemen eingebracht und daran gearbeitet werden. So wird auf breiter Ebene eine Sensibilität für die besondere Problemlage von Frauen im Gesundheitswesen geschaffen.

Gewalt gegen Frauen

Die Mitarbeiterinnen der Gleichstellungsstelle setzen sich parteilich für Opfer von Gewalt ein. Ziel unserer Bemühungen ist ein gesellschaftlicher Konsens zur Ächtung von jedweder Gewaltform.
Die Gleichstellungsstelle arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen "Häusliche Gewalt" und "Sexualisierte Gewalt".
Zur "Häuslichen Gewalt" ist in Zusammenarbeit mit dem Essener Runden Tisch gegen häusliche Gewalt ein Flyer erschienen, der betroffenen Frauen über ihre Rechte und Möglichkeiten informiert. Der Flyer "Schutz und Recht bei häuslicher Gewalt" kann kostenlos bei der Gleichstellungsstelle angefordert werden.
Gemeinsam mit horizont, der Fachgruppe gegen sexualisierte Gewalt, wurde eine Broschüre erarbeitet, die Rat und Unterstützung in Fällen sexualisierter Gewalt bietet. Auch diese Broschüre ist bei der Gleichstellungsstelle kostenlos erhältlich.

Migration

Viele Migrantinnen sind auf der Flucht vor schwierigen und/oder lebensbedrohenden Lebenslagen nach Deutschland gekommen. Ein Teil der Frauen lebt hier isoliert vom sozialen Umfeld und ihrer Ursprungsfamilie, sprachliche Schwierigkeiten erschweren oft ihre Situation. Um die Bedürfnisse von Migrantinnen zu erfassen und deren Lebensumstände gegebenenfalls zu optimieren, engagiert sich die Gleichstellungsstelle im Arbeitskreis EMI (Essener Migrationsarbeit Interaktiv), in dem Fachleute mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen auf kommunaler Ebene zusammenarbeiten.

Trennung/Scheidung

Die Gleichstellungsstelle hat gemeinsam mit dem Verein Fachanwältinnen und Fachanwälte im Familienrechte e. V. einen Trennungsratgeber erarbeitet. "Trennung - was nun?" ist 1999 erschienen und sollte als erste Orientierungshilfe in einer Trennungssituation dienen. Das Trennungs- und Scheidungsrecht ist seit dem bereits das zweite Mal erheblich reformiert worden, so dass nach der Überarbeitung im Juni 2005 jetzt an einer weiteren Neuauflage des Essener Trennungsratgebers gearbeitet wird. Um Ihnen schon jetzt einen aktuelleren Einblick zu ermöglichen, verweisen wir auf die Trennungs- und Scheidungsratgeber der Gleichstellungsstelle Minden, Stand: April 2008 und Düsseldorf, Stand Oktober 2009 und bieten Ihnen die Möglichkeiten in einer separaten Liste die aktuellen AnsprechpartnerInnen in Essen nachzuschlagen.
Darüber hinaus bietet die Gleichstellungsstelle Vorträge von RechtsanwältInnen zu den verschiedenen Themen im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung an.

Zu den Broschüren