Wir über uns - das Essener Frauenbündnis
Eine kurze Geschichte in Jahresdaten
Teil 5: ab 2014

2014

Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag 2014

"Fiesta des Mujeres Internacional - Weltfrauenfest"

Samstag, 8. März, ab 12 Uhr
auf dem Willy-Brandt-Platz

„Frauen an der Macht“ – Themenbusrundfahrt
Samstag, 8. März 1014, 14-17 Uhr

auf dem Willy-Brandt-Platz

Trautes Heim – Glück allein
Sonntag, den 9. März 2014
Filmnachmittag anlässlich des Weltfrauentages 2014
am Dienstag, 11. März 2014 ab

Einlass: 17:00 Uhr, Film: 18:30 Uhr
im Lore-Agnes-Haus, Lützowstraße 32, 45141 Essen

"Mutige Prinzessin Glücklos"
Zauberstück nach einem alten sizilianischen Märchen

Für Kinder ab 7 Jahren und ihre Mütter, Großmütter, Tanten
13. März von 17:30 - 18:30 Uhr
Zentralbibliothek Essen, Hollestraße 3
eine Veranstaltung in Kooperation von Gleichstellungsstelle und Stadtbibliothek E

Lilith und die Spuren der Zeit
Theaterveranstaltung
am Samstag, 15. März 2014 um 17.00 Uhr und 19.00 Uhr

Eine Reise in lang vergessene Epochen. Die Reise geht zu den Frauen, ob arm oder reich. Dort die mutige Eigensinnige, hier die unbequeme Wissbegierige, daneben die umsorgende I-sollte ....Sie tanzen, hinterfragen, putzen und bluten jeden Monat.
Die Inszenierung "Lilith und die Spuren der Zeit" erzählt mit dem Material Papier und den Elementen Licht und Schatten, von der Geschichte der Frauen.
Die Theaterinszenierung ist eine Produktion von Dinge die Theater machen.

2015

Internationaler Frauentag am 8.März 2015

Veranstaltung am 6. Märzin den Räumen der Gleichstellungsstelle Essen
zum Thema "Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt in Essener Notfallambulanzen".
Ein Projekt des Runden Tisches Häusliche Gewalt Essen.

Informationen hier zum Download: Einladungskarte

Frauen an die Spitze – Empfang am 8.3.2016 im Rathaus

Was ist wichtig für den Erfolg im (Berufs-) Leben? Die eigene Qualifikation und Kontakte.

Statistiken belegen es: Netzwerke sind für die (Karriere-) Entwicklung mindestens ebenso wichtig wie Leistung und Fleiß.

Die Gleichstellungsstelle hatte zum Netzwerken eingeladen und 190 Frauen quer durch unsere Stadtgesellschaft sind gekommen. Frauen aus Vereinen, Verbänden, den städtischen Gesellschaften, der Wirtschaft, dem Handwerk, Sparkasse und Banken, Personalvertreterinnen, Künstlerinnen, Politikerinnen, die Kolleginnen aus der Verwaltung und viele andere haben die Gelegenheit zu einem regen Austausch genutzt.

In seiner Begrüßung hat der Oberbürgermeister eine neue „Tradition“begründet. Wir wollen nun jedes Jahr einen Empfang zum Internationalen Frauentag in der 22. Etage durchführen.

Zum Programm gehörten
  • Eine Videobotschaft der Präsidentin der IHK zu Essen, Jutta Kruft-Lohrengel
  • Der Trailer des Films „Suffragette“ zum Kampf um das Wahlrecht für Frauen
  • Die Präsentation der Fotografin Claudia Anders ihrer Kampagne „Wir haben eine Stimme“

Die Gleichstellungsbeauftragte Gerda Kaßner hat in ihrer Rede die Frage aufgeworfen, ob ein internationaler Frauentag heute noch zeitgemäß ist. Sie machte deutlich, was Frauen in der Vergangenheit bewirkt und erkämpft haben, wie wir heute davon profitieren und das es sicher noch viel zu tun gibt.
Frau Prof. Dr. Anja Seng (Rektoratsbeauftrage für Diversity Management der FOM Hochschule Essen) und Frau Christiane Moos (Unternehmerinnenverband Schöne Aussichten Ruhrgebiet) haben sich insbesondere dem Frauen in Führungspositionen gewidmet. Alle Beiträge sind sehr interessiert aufgenommen worden und waren die Grundlage für engagierte Diskussionen untereinander.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Pia Maria und Winni Slüters.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und die Gelegenheit andere „Essener Spitzenfrauen“ kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen wurde rege genutzt.

Teilnehmerinnen beim Empfang

2017

Alles außer gewöhnlich

Internationaler Frauentag 2017 am 8. März

Anlässlich des 106. internationalen Frauentages am 08.03.2017 zeigte die Gleichstellungsstelle der Stadt Essen in Kooperation mit dem Essener Filmkunsttheater den Film „Joy – alles außer gewöhnlich“ im Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Straße 2.

Der Film basiert auf der wahren Geschichte der Joy Mangano. Schon als kleines Mädchen hat die erfindungsreiche, phantasiebegabte Joy große Pläne für ihre Zukunft. Sie träumt davon Dinge zu erfinden, die die Welt verändern. Jedoch führen Schicksalsschläge in ihrem Leben dazu, dass ihre Situation trost- und aussichtslos erscheint.
Aber Joy gibt nicht auf, hat eine geniale Idee und macht sich entschlossen auf den Weg sie zu verwirklichen und zu vermarkten. Hierbei muss sie sich gegen Verrat und Vertrauensmissbrauch sowie entmutigende Neider behaupten. Sie wird zu einer der erfolgreichsten Geschäftsfrauen der USA.

Mit einem Grußwort unterstrich Oberbürgermeister Thomas Kufen, dass Gleichberechtigung in einer toleranten und erfolgreichen Gesellschaft selbstverständlich werden muss.

Dass dieser Tag nach so vielen Jahren durchaus immer noch seine Berechtigung hat und was die heutigen Herausforderungen sind, darüber sprach die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Essen Brigitte Liesner.

Musikalische Begleitung: Hanna Bielinski, Saxophon

Team der Gleichstellungsstelle Essen mit OB Thomas Kufen Brigitte Liesner beim Frauentag 2017 in Essen.jpg Frauengruppe beim Empfang im Filmstudio Glückauf Frauengruppe mit Symbol-Brezeln im Filmstudio

2018

Empfang zum Internationalen Frauentag am 08. März 2018 im Rathaus

Anlässlich des Internationalen Frauentags begrüßte Oberbürgermeister Thomas Kufen die von der Gleichstellungsstelle geladenen Gäste in der 22. Etage des Rathauses.

Das diesjährige Motto „100 Jahre Frauenwahlrecht-Geschichte wird gemacht…“ erinnerte an das vor 100 Jahren erstrittene aktive und passive Wahlrecht für Frauen in Deutschland.

Als Vertreterin der Gleichstellungsstelle begrüßte Christiane Volkmer die Gäste und führte durch die Veranstaltung.

Was wurde den Gästen an diesem Abend geboten?

Vortrag

Der Vortrag der freiberuflichen Historikerinnen Susanne Abeck und Dr. Uta C. Schmidt „Eines sage ich Euch: Es ist Zeit!“ 100 Jahre Frauenwahlrecht“ erklärte den historischen Zusammenhang und veranschaulichte lebendig welche Anstrengungen hier in Essen notwendig waren das Wahlrecht für Frauen durchzusetzen.

Die politischen Aktivitäten der Essenerinnen Dore Jacobs, Wilhelmina Deuper und Frida Levy und der frauenpolitischen Netzwerke im Ruhrgebiet wurden vorgestellt.

Frau Abeck und Dr. Uta C: Schmidt forschen zurzeit im Auftrag des Forums Geschichtskultur über das Frauenwahlrecht im Ruhrgebiet. Sie betreiben das Geschichtsportal www.frauenruhrgeschichte.de,das interessante Einblicke in die Frauengeschichte der Region bietet.

Dialogische Zeitreise

Die Schauspielerinnen Veronika Maruhn und Sabine Paas nahmen die Gäste mit auf eine Zeitreise. Ausgehend vom Jahr 1918, in dem mutige Frauen das Frauenwahlrecht in Deutschland erstritten, wurden weitere Meilensteine der Emanzipation passiert.
Wir besuchten das Jahr 1950 und begegneten den vier Müttern des Grundgesetzes Friederike Nadig, Dr. Elisabeth Selbert , Dr. Helene Weber und Helene Wessels, denen zu verdanken ist, dass die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Grundgesetzt verfassungsrechtlich verankert ist.
Simone de Beauvoir und die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer gaben sich ebenfalls die Ehre. Eine Horde ReporterInnen bestürmten sie mit Fragen zu großen Themen der Emanzipation. Hier wurde der Zeitgeist der Frauenbewegung der 70 er Jahre wieder lebendig.
Der Erzählbogen endete mit einem Kurzfilmbeitrag, indem Frauen, Mädchen und Männer in Essen zu der Frage „100 Jahre Frauenwahlrecht. Haben die Frauen alles erreicht oder was ist noch zu tun?“ interviewt wurden.

Unterstützt wurden die beiden Profi-Schauspielerinnen vom Team der Gleichstellungsstelle und einigen Frauenbeauftragten, die mit viel Energie und Spielfreude Geschichte zum Leben erweckten.
Die unterhaltsame, kurzweilige Zeitreise in historischen Kostümen sorgte an vielen Stellen für Beipflichtung, Erheiterung und endete unter großem Applaus der Gäste.

Netzwerken

Für einen schönen Ausklang dieses gelungenen Abends sorgten angeregte Gespräche, ein kleiner Imbiss und die Musik von Pia Maria Girkes und Winni Slütters, abgerundet durch einen fantastischen Ausblick auf die nächtliche Skyline der Stadt.

Video des Kurzfilmbeitrags

„100 Jahre Frauenwahlrecht. Haben die Frauen alles erreicht oder was ist noch zu tun?“ (3′14″)

Bilder von der Veranstaltung

  • Frauen mit Plakaten und in Kostümen beim Empfang der Gleichstellungsstelle und des Oberbürgermeisters Kufen im Rathaus
  • Frauen im Rathaus in fröhlicher Stimmung an Bistrotischen
  • Dr. Uta C. Schmidt beim Vortrag
  • Sabine Abeck zuhörend auf der Veranstaltung
  • Frauen hören bei den Vorträgen zu
  • Schauspielerinnen mit Plakaten zwischen den Gäste
  • In schwarzweiss umgesetztes Bild des gespielten Demonstrationszuges durch das Publikum
  • Gespielte historische Szene mit schreienden Frauen
  • Gespielte historische Szene der ReporterInnenhorden mit Notizblöcken, Kameras und Mikrofonen
  • Zufrieden lauschende Frauen im gemütlich beleuchteten Rathaussaal

Fotos: Bild 1 Peter Prengel, Pressestelle / Bilder 2-10 © Claudia Anders, Fotografin

2019

Internationaler Frauentag 2019
Ausstellungseröffnung „WIR HABEN DIE WAHL. Frauen 1919 – 2019“ vom 08.03.2019

Eine Ausstellung der Gleichstellungsstelle Essen anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht
100 Jahre Frauenwahlrecht – Was hat sich getan?

„Bis 1908 durften Frauen keiner Partei beitreten, kein Abitur machen und nicht studieren. Und bis 1918 besaßen sie kein Wahlrecht. Die Mehrheit der Menschen war davon überzeugt, dass die politischen und öffentlichen Belange in den Händen der Männer gut aufgehoben waren.“

So beginnt die Ausstellung „WIR HABEN DIE WAHL. Frauen 1919 – 2019“, die anlässlich des Internationalen Frauentages am 08.03.2019 durch Oberbürgermeister Thomas Kufen und Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner eröffnet wurde. In Anbetracht dessen sind die Frauen also schon ein gutes Stück weiter gekommen.

Rosige Zeiten könnte man meinen, wenn man sich den Zeitstrahl anguckt, der auf zwei der acht Roll-Ups der von der Historikerin Susanne Abeck konzipierten und umgesetzten Ausstellung zu sehen ist. Aber es gibt auch immer noch viel zu tun. Der Pioniergeist von Frauen wie der Aktivisten Minna Deuper, die als radikal galt, weil sie das Frauenwahlrecht forderte, wird auch heute noch gebraucht. Da sind sich die elf Frauen, die für die Gegenwart porträtiert wurden, einig. Handlungsbedarf sehen sie beispielsweise im Hinblick auf die Vernetzung von Frauen und sie plädieren für die Überwindung veralteter Rollenbilder als einen wichtigen Schritt zum Thema Gleichberechtigung. So unterschiedlich die Frauen damals wie heute sind, sie eint eines: Der Mut und der Wille, sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern einzusetzen.

Hier geht es zur Online-Version: Ausstellung Frauenwahlrecht  (PDF, 2MB)

Historisches Foto mit Text zur Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht in Essen

Ein Rückblick…

Am Internationalen Frauentag 08. März 2019 eröffneten Oberbürgermeister Thomas Kufen und die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner die Ausstellung „WIR HABEN DIE WAHL. Frauen 1919 – 2019“ im Rathaus. Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Frauenwahlrecht“ wurden in der Ausstellung die ersten acht Ratsfrauen der Stadt Essen vorgestellt, sowie elf Frauen, der Gegenwart, die das heutige Stadtleben entscheidend prägen. „Stellvertretend für viele Frauen, die in Essen für die Gleichberechtigung aktiv sind“, so die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner.
Unter den rund 150 Gästen waren Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, sowie Frauen und Männer der Stadtgesellschaft und die Präsidentinnen der Frauenserviceclubs.

Oberbürgermeister Thomas Kufen, der die Ausstellung zu den ersten Ratsfrauen anregt hatte, begrüßte gegen 16 Uhr die Gäste im Foyer des Rathauses. In seiner Rede ehrte der die Pionierinnen vom 21.03.1999, der Tag, an dem erstmals Frauen in den Essener Rat einzogen und damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung vollzogen. Er betonte die Bedeutsamkeit der Gleichstellung von Frauen und Männern als gesellschaftspolitische Aufgabe. Insbesondere auch junge Menschen sind aufgefordert, sich für eine geschlechtergerechte Zukunft einzusetzen.

Die Ausstellung biete eine Möglichkeit die Thematik aus der Historie nachzuvollziehen und sich damit auseinanderzusetzen.
Auch die Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner warf einem Blick zurück in die Geschichte und den gesellschaftlichen Zeitgeist, der die damaligen Umstände entschieden beeinflusste. Mit Durchsetzungskraft und Hartnäckigkeit sei es den Frauen gelungen, das Wahlrecht zu erlangen und aktiv zum Stadtgeschehen beizutragen. Bei ihrem Blick auf die gegenwärtige Agenda zeige sich der Bedarf für einen aktiven Einsatz vor allem im Hinblick auf die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen. Weitere wichtige Themen seien unter anderem der Schutz vor Gewalt, selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt, Verbesserungen im Bereich der Aufteilung von Sorgearbeit sowie die Öffnung als traditionell geltender Berufe.
Geehrt und mit viel Applaus bedacht wurden die Historikerin Susanne Abeck, die die Ausstellung konzipierte und umsetzte, sowie die elf porträtierten Frauen.

Im Anschluss an die Redebeiträge schaltete Dr. Uta C. Schmidt, vom Netzwerk Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V ,die um den Beitrag „100 Jahre Frauenwahlrecht“ erweiterte Webseite „frauen/ruhr/geschichte“ live frei. Die Forschungs- und Bildungsplattform bündelt die Geschichte weiblicher Arbeit und weiblichen Lebens im Ruhrgebiet.
Hier geht’s zur Website der frauen/ruhr/geschichte:
frauenruhrgeschichte.de

Dem Spiel zwischen Historie und Gegenwart treu bleibend, gab es außerdem die Vorführung des Musikvideos der Kampagne #sayyestoyourself, die zeigt, wie Frauen das Thema Gleichberechtigung heute angehen.
Lena Graeser, von der psychologischen Beratungsstelle für Frauen Distel e.V., erläuterte die Entstehungsgeschichte des Projekts. Es entstand im Rahmen des Präventionskreises sexualisierte Gewalt gegen Frauen vom Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen NRW e.V. Das Ziel der Kampagne ist es, das Bewusstsein für die sexuelle Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen auf empowernde Weise zu fördern.
Hier geht’s zur Kampagnenseite
rauenberatungsstellen-nrw.de

Video zur Kampagne #sayyestoyourself

Ein Kuchen, fast so groß wie eines der Roll-Ups, bildete den kulinarischen Höhepunkt des Nachmittags. Auch die Ausstellung war damit offiziell eröffnet und wurde angeregt diskutiert und begutachtet. Für ein rundum gelungenes Programm und gute Stimmung sorgten außerdem das Jazz-Trio „Blue Moon“ sowie ein Green Screen, bei dem sich die Gäste in historischer Kulisse fotografieren lassen konnten.

Es ist möglich, die Ausstellung kostenlos auszuleihen. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei der Christiane Volkmer unter 88- 88952.

Wir danken den Anwesenden für Ihr Interesse, den Auszubildenden für ihre Unterstützung, sowie allen Beteiligten für Ihr Engagement!

Bilder von der Veranstaltung

  • Im Vordergrund das Plakat der Ausstellung mit Text „Wir haben die Wahl. Frauen 1919-2019“, sowie Albertine Badenberg, eine der Pionierinnen von 1919, im Hintergrund Gäste
  • Oberbürgermeister Thomas Kufen am Rednerpult
  • Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner am Rednerpult, Oberbürgermeister Thomas Kufen
  • Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner überreicht Susanne Abeck, die die Ausstellung konzipiert und umgesetzt hat einen Blumenstrauß
  • Danksagung an die elf Frauen, die sich porträtieren ließen. Marianne Menze, Julia Jankovic, Hiltrud Schmutzler-Jäger, Johanna Ziemes, Dagmar Rode, Petra Hermann, Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Liesner, Historikerin Susanne Abeck, Corinna Gerleve, Grafiker Thomas Raffelt, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Gabriele Giesecke, Hayriye Gedikoğlu, Christiane Moos, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Christiane Volkmer (v.l.n.r.) (Leider verhindert: Jutta Kruft-Lohrengel)
  • Oberbürgermeister Thomas Kufen am Rednerpult vor zuhörenden Gästen
  • Lena Graeser im Kampagnen T-Shirt #sayyestoyourself
  • Gäste, die die Roll-Ups der Ausstellung anschauen
  • Marianne Menze eine der porträtierten Frauen, im Gespräch mit einer Besucherin
  • Das Jazz-Trio „Blue Moon“, Folkwang Musikschule der Stadt Essen : Katharina Blanke an der Harfe, Theresa Behrendt am Altsaxofon, Katja Chudzinski am Kontrabass

Fotos:
Bilder 1, 5, 6, 9 Moritz Leick, Stadt Essen
Bilder 2, 3, 4, 7, 8, 10 © Claudia Anders, Fotografin
Bild 11 © Jazz Trio „Blue Moon“

2020

Internationaler Frauentag 2020: "Feminismus für alle!"

Die für den 9.3.2020 geplante Veranstaltung musste zunächst wegen Corona verschoben werden und wurde im August nachgeholt.

Am 28.08.2020 luden die Gleichstellungsstelle und das Büro für Europaangelegenheiten, Internationales und nachhaltige Entwicklung dann zur Veranstaltung „Feminismus für alle!“ ins ChorForum Essen ein.
Das Thema Feminismus in Europa und die Fragen: „Was bedeutet Feminismus für uns heute?“ „Wer braucht Feminismus und sollte sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter engagieren?“ standen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung.

Die Gäste wurden mit einem Walking Act zum Thema „ Als Frau stark sein!“ von den Studentinnen des Physical Theatre Milena Cestao (links) und Laura van Meurs (rechts) der Folkwang Universität der Künste willkommen geheißen.

Einladungskarte zur Veranstaltung Feminismus für alle

Grußworte Oberbürgermeister Thomas Kufen

Oberbürgermeister Thomas Kufen begrüßte die Gäste und würdigte in seiner Rede den Einsatz der Frauen in der Coronakrise, sowohl in systemrelevanten Berufen als auch im Bereich der Care Arbeit. Er betonte wie wichtig die Gleichstellung der Geschlechter auch in Krisenzeiten für das Funktionieren unseres Gesellschaftssystems ist. Besonders stellte er heraus, dass sich für die tatsächliche Umsetzung der Gleichstellung nicht nur die Frauen einsetzen müssen. Auch Männer sind hierbei gefordert.

In der Europäischen Union ist die Gleichstellung der Geschlechter fest verankert:

Mit Simone Veil, der ersten Präsidentin des Europäischen Parlaments und Louise Weiss als deren erste Alterspräsidentin hob er die Bedeutung und das Wirken von Frauen bei der Gründung der Europäischen Union hervor. Und er stellte mit Ursula von der Leyen und Christine Lagarde, die aktuell wichtige Führungspositionen in der EU bekleiden, den Bezug zur heutigen Situation her.

Mit Blick auf Essen stellte er fest, dass in Bezug auf den Anteil weiblicher Führungskräfte in den Unternehmen und der Stadtverwaltung gute Anfänge gemacht wurden, diese aber noch ausbaufähig sind: Frauen sollten in ihren Kompetenzen wahrgenommen und ihnen Positionen mit Gestaltungmacht zugetraut werden.

Vortrag Julia Korbik

In ihrem Vortrag „Frauen & Europa“ zog Julia Korbik direkt zu Beginn das Fazit: “Europa, das steht also fest, braucht Feminismus. Immer noch.“ Denn in keinem einzigen europäischen Land ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern erreicht.

Anhand der Betrachtung der vier Bereiche, Gewalt gegen Frauen, reproduktive Recht und Gesundheit, Care Arbeit und politische Partizipation und Repräsentation stellte sie den Stand der Gleichberechtigung in Europa vor. Im Verlauf ihres Vortrags machte Frau Korbik deutlich, was die EU für die Gleichberechtigung tut und welche konkreten Rechtsvorschriften sie hierzu entwickelt hat, zum Beispiel die EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf, die EU-Rechtsvorschriften zu einheitlichen Mindestnormen für den Mutterschaftsurlaub, das Verbot der Diskriminierung von stillenden Müttern am Arbeitsplatz, die Vereinbarkeitsrichtlinie für einen individuellen Anspruch auf Elternzeit, für eine Pflegezeit für pflegende Familienangehörige und für flexiblere Arbeitszeitenregelungen im Sinne der Beschäftigten und was diese bewirken.

Die Gleichberechtigung in der EU wird dadurch erschwert, dass EU-Initiativen für mehr Gleichberechtigung auf den Widerstand einzelner Mitgliedsstaaten oder Lobbygruppen stoßen und dass durch das Erstarken konservativer Kräfte ein Rollback in ganz Europa stattfindet, der die Rechte von Frauen in Frage stellt und den Schutz vor Diskriminierung schwächt.

Am Beispiel Finnland zeigte sie, was Deutschland ganz konkret vom europäischen Nachbarn lernen kann. Finnland hat eine lange Tradition der politischen Beteiligung von Frauen: als erstes Land führte es schon 1906 das aktive und passive Wahlrecht für Frauen ein; heute ist die finnische Regierung überwiegend weiblich, mehr als die Hälfte der Ministerposten sind mit Frauen besetzt und das Parlament ist fast zur Hälfte weiblich.

Ebenso hat Finnland eine lange Tradition von Gleichstellungsprogrammen der Regierung, in kommunalen und staatlichen Gremien müssen Frauen und Männer mindestens je zu 40 Prozent vertreten sein. Erwerbstätigkeit von Frauen wird als selbstverständlich angesehen, es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Kinderbetreuung, Ganztagsschulen für alle mit kostenfreien Mahlzeiten und Nachmittagsbetreuung, flexibler Elternzeit in den ersten drei Lebensjahren des Kindes mit anschließendem Recht auf Fortführung des Jobs, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und kürzere Tage gelten als normal.

Abschließend legte sie dar, warum es wichtig ist, dass alle ihren Teil zu einer gleichberechtigten Gesellschaft beitragenund wie Frauen in ihren Städten und Kommunen die Gleichberechtigung aktiv vorantreiben können, wie sie sich einmischen, sich nicht vereinzeln lassen, laut und sichtbar seien und Männer für die Gleichberechtigung mit ins Boot holen können.
„Es ist nun einmal so: Gleichberechtigung ist eine Gemeinschaftsaufgabe - und die lässt sich schlecht anpacken, wenn knapp die Hälfte der Bevölkerung nicht mitmachen will. Und deshalb müssen Männer in die Pflicht genommen werden. Das Thema Gleichberechtigung betrifft sie genauso. Das zeigt sich unter anderem an unseren gesellschaftlichen Vorstellungen von Männlichkeit: Wer soll denn immer groß und stark sein, das Auto reparieren und als Alleinverdiener den Lebensunterhalt sichern? Genau. Stattdessen muss auch Männern eine größere Bandbreite an Rollenbildern zugestanden werden. Genau das will der Feminismus.“

Der vollständige Vortrag zum Download: Julia Korbik: Frauen und Europa (PDF 418KB)

Fishbowl Diskussion

Prof. Dr. Anja Seng, stellvertretende Direktorin des Instituts für Public Management ifpm, Diversity Management der FOM Essen, Judith Schilling die stellvertretende Leitung der Regionalvertretung in Bonn, EU-Kommission und die Autorin Julia Korbik diskutierten mit dem Publikum zu den Themen:

  • Müssen Frauen wie Männer sein, wenn sie in Macht- und Führungspositionen sind?
  • Netzwerken Frauen anders?
  • Verhalten sich Frauen in mächtigen Positionen dezenter als Männer in solchen?
  • Wie wichtig ist ein geschlechterumfassender Sprachgebrauch?
  • Wie wirkt sich der Begriff der Rabenmutter auf die Karriereplanung von Frauen und deren Wünschen nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus?
  • Wann ist eine Frau eine Frau?
  • Wie steht es um die Solidarität unter Frauen bei unterschiedlichen Lebensmodellen?
  • Gehört es für alle Frauen unbedingt dazu, Kinder zu haben?
  • Wie können Frauen Frauen unterstützen?

Sebastian Auer führte die Gäste mit seiner spritzigen und wortgewandten Moderation sehr kurzweilig durch die Veranstaltung.

Das Thema der Veranstaltung „Feminismus für alle!“ stieß bei den Teilnehmenden auf große Resonanz.

Wir alle waren sehr erfreut, uns, wenn auch unter strikter Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen, wieder einmal ganz real physisch begegnen und austauschen zu können.

Wir bedanken uns bei den Anwesenden für Ihr Interesse und die engagierte Beteiligung an der Diskussion.

Bilder von der Veranstaltung

  • Oberbürgermeister Thomas Kufen
  • Judith Schilling und Julia Korbik im Gespräch auf der Bühne
  • Gäste tauschen sich aus
  • Diskussion zwischen Julia Korbik, Prof. Dr. Anja Seng, Judith Schilling undSebastian Auer
  • Gäste beim Vortrag von Julia Korbik
  • Julia Korbik beim Vortrag
  • Gäste und Julia Korbik während des Vortrags
  • Julia Korbik hält auf der Bühne ihren Vortrag
  • Gäste lauschen dem Vortrag von Julia Korbik
  • Diskussion zwischen Julia Korbik und Prof. Dr. Anja Seng
  • Diskussion zwischen Julia Korbik und Prof. Dr. Anja Seng
  • Judith Schilling
  • Diskussion zwischen Julia Korbik und Prof. Dr. Anja Seng
  • Diskussion zwischen Julia Korbik und Prof. Dr. Anja Seng
  • Diskussion zwischen Judith Schilling und Sebastian Auer
  • Diskussion zwischen Julia Korbik, Prof. Dr. Anja Seng, Judith Schilling und Sebastian Auer
  • Diskussion zwischen Julia Korbik, Prof. Dr. Anja Seng, Judith Schilling und Sebastian Auer
  • Die Folkwang-Studentin Milena Cestao
  • Die Folkwang-Studentin Laura van Meurs
  • Gäste im Gespräch

Fotos: Copyright Claudia Anders, Fotografin